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Soul & Skin

Dieser Blog beschäftigt sich mit dem Facettenreichtum unserer Sexualität, gepaart mit der Wichtigkeit der Achtsamkeit. „Soul & Skin“ 
hinterfragt Untreue auf unkonventionelle Weise, spricht unverblümt über alle Dimensionen der Sexualität und zieht Zusammenhänge zwischen Sex und Selbstliebe.

„Soul & Skin“ beleuchtet omnipräsente und pikante Details eines unerschöpflichen Lebensbereiches, der essentiell ist und es immer bleiben wird. 

Die vielen Facetten der Selbstliebe – und warum ein Schaumbad allein nicht reicht

Die vielen Facetten der Selbstliebe – und warum ein Schaumbad allein nicht reicht

Selbstliebe hat ein erstaunlich gutes Marketing. Duftkerzen, Yoga, Journaling, Me-Time und der obligatorische Satz: „Tu heute etwas nur für dich.“ Klingt wunderbar. Bis man feststellt, dass man zwar eine Gesichtsmaske trägt, aber währenddessen darüber nachdenkt, warum man eigentlich nicht produktiver, entspannter, dünner, erfolgreicher oder wenigstens besser im Selbstlieben ist. Willkommen in der Realität. Denn Selbstliebe ist weniger Wellnessprogramm als Beziehungspflege – mit sich selbst. Und wie jede Beziehung hat auch diese ausgesprochen schöne, ziemlich alltägliche und gelegentlich komplizierte Seiten.

Selbstliebe heißt nicht, sich jeden Tag großartig zu finden

Ein häufiges Missverständnis lautet: Wer sich selbst liebt, muss sich toll finden. Möglichst immer. Psychologisch ist etwas anderes viel interessanter: Wie gehen wir mit uns um, wenn wir uns gerade nicht toll finden?

Hier kommt das Konzept des Selbstmitgefühls ins Spiel. Es beschreibt die Fähigkeit, sich in schwierigen Situationen mit Verständnis statt permanenter Selbstkritik zu begegnen. Forschung bringt stärkeres Selbstmitgefühl unter anderem mit psychischem Wohlbefinden, einer konstruktiveren Emotionsregulation und gesundheitsförderlichem Verhalten in Verbindung. Selbstliebe kann deshalb ein Satz sein wie: „Das habe ich wirklich nicht gut gemacht – aber deshalb bin ich noch lange kein Idiot.“ Klingt weniger Instagram-tauglich. Ist aber vermutlich hilfreicher.

Selfcare: Was brauche ich – und nicht, was sollte ich brauchen?

Selfcare ist eine wichtige Facette der Selbstliebe. Allerdings muss Selbstfürsorge weder hübsch aussehen noch Geld kosten. Manchmal bedeutet sie Sport, Freunde treffen oder sich Zeit für etwas Schönes zu nehmen. Manchmal bedeutet sie, früher ins Bett zu gehen, einen Termin abzusagen oder endlich einen Arzttermin zu vereinbaren, den man seit drei Monaten sehr erfolgreich „nächste Woche“ machen möchte.

Der Unterschied liegt in der Frage: Was tut mir gerade wirklich gut?

Denn Selbstfürsorge kann auch bedeuten, etwas nicht zu tun. Nicht noch schnell die E-Mails checken. Nicht aus schlechtem Gewissen zusagen. Nicht trainieren, obwohl der Körper nach Erholung verlangt. Selbstliebe ist eben nicht immer das zusätzliche Schaumbad. Manchmal ist sie das gestrichene To-do.

Masturbation: Den eigenen Körper kennen ist ziemlich praktisch

Selbstliebe findet nicht nur im Kopf statt. Auch die eigene Sexualität gehört dazu. Masturbation kann eine Möglichkeit sein, den eigenen Körper kennenzulernen: Was erregt mich? Was fühlt sich gut an? Wie verändert sich Lust mit Stimmung, Stress oder Zyklus? Und was gefällt mir eigentlich wirklich – unabhängig davon, was vermeintlich gefallen sollte?

Sexualwissenschaftlich gilt Masturbation grundsätzlich als normale Form menschlicher Sexualität. Sie kann sexuelle Selbsterkundung ermöglichen und dabei helfen, eigene Bedürfnisse und Reaktionen besser wahrzunehmen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass regelmäßige Masturbation auf die wöchentliche Selfcare-Checkliste gehört. Niemand bekommt am Sonntagabend Minuspunkte, weil zwischen Gesichtsmaske und Meal Prep kein Orgasmus stattgefunden hat.

Selbstliebe bedeutet auch hier: dürfen statt müssen.

Paarsex: Sich selbst nicht an der Schlafzimmertür abgeben

Und dann wäre da noch der Sex zu zweit. Gerade in längeren Beziehungen kann etwas Merkwürdiges passieren: Wir wissen ziemlich genau, wie der andere seinen Kaffee trinkt, welche Serie er nicht leiden kann und dass man ihn vor dem ersten Kaffee besser nicht mit organisatorischen Fragen konfrontiert – aber über sexuelle Wünsche sprechen? Schwierig.

Dabei zeigen wissenschaftliche Untersuchungen einen deutlichen Zusammenhang zwischen guter sexueller Kommunikation und sexueller Zufriedenheit. Selbstliebe innerhalb einer Partnerschaft bedeutet deshalb auch, die Verbindung zu den eigenen Bedürfnissen nicht zugunsten des „Wir“ zu verlieren. Sex zu wollen. Sex nicht zu wollen. Etwas Neues ausprobieren zu wollen. Oder sagen zu können: „Das gefällt mir nicht besonders.“

Denn guter Paarsex entsteht nicht dadurch, dass zwei Menschen möglichst unkompliziert funktionieren. Sondern dadurch, dass zwei Menschen sich selbst mitbringen dürfen.

Vielleicht ist Selbstliebe viel alltäglicher, als wir denken

Selbstliebe kann laut sein: Grenzen setzen, Entscheidungen treffen, Bedürfnisse aussprechen. Sie kann aber auch erstaunlich unspektakulär sein.

Den Körper nicht ständig kommentieren, wenn man morgens vor dem Spiegel steht. Sich nach einem Fehler nicht innerlich zerlegen. Eine Pause machen. Masturbieren, weil man Lust hat. Beim Sex sagen, was man möchte. Einen Abend allein genießen. Hilfe annehmen. Oder die Jeans eine Nummer größer kaufen, statt drei Wochen Krieg mit dem eigenen Hüftumfang zu führen. Vielleicht geht es bei Selbstliebe deshalb gar nicht darum, sich jeden Tag ein bisschen mehr zu bewundern.

Sondern darum, sich selbst kennenzulernen, ernst zu nehmen und auch an den Tagen auf der eigenen Seite zu bleiben, an denen man sich selbst ein kleines bisschen auf die Nerven geht.

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